Wie entwickeln sich die MINT-Studiengänge?

Wie entwickeln sich die MINT-Studiengänge?

Immer mehr junge Leute nehmen ein Studium auf – besonders häufig in den zukunftsweisenden MINT*-Berufen. 2016 begannen insgesamt 867.472 Studienanfängerinnen und Studienanfänger im 1. Fachsemester ein Studium in Deutschland und damit 11.072 (+ 1 %) mehr als im Jahr zuvor. Davon entfallen auf die Fächergruppe Ingenieurwissenschaften 243.732 neue Studierende und auf die Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften 107.136 Studierende. Auf die MINT-Studiengänge verteilen sich damit insgesamt 350.868 Studienanfängerinnen und -anfänger. Die MINT-Fächer bleiben daher mit über 40 % die Fächergruppe mit dem größten Anteil an Studierenden im 1. Fachsemester.

Im Studienbereich Informatik steigen die Zahlen der Männer (54.094) und Frauen (18.123) weiter an und erhöhen sich 2016 gegenüber dem Vorjahr bei den Studienanfängern um +3 % und bei den Studienanfängerinnen um fast +7 %. Damit liegt der prozentuale Anteil von Frauen unter den Erstsemestern erstmals bei über 25 % und damit so hoch wie nie zuvor. 2008, beim Start von „Komm, mach MINT.“ lag der Frauenanteil noch bei unter 20 %.
Auch der Studienbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, der im Vergleich zu den anderen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen deutlich geringere Frauenanteile aufweist, entwickelt sich weiter positiv. Seit 2008 hat sich der Frauenanteil an den Studienanfängerinnen von unter 10 % auf immerhin 16 % (4.508) in 2016 erhöht und erreicht damit Maximalwerte bei Anzahl und Anteil der weiblichen Erstsemester.

Im Studienbereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik sowie im Bauingenieurwesen gingen die Gesamtzahlen sowohl bei den Männern wie bei den Frauen zurück. Da die Zahl der Frauen in beiden Studienbereichen weniger stark sank als die der Männer, führte dies gar zu leichten Steigerungen bei den Frauenanteilen in beiden Studienbereichen. Sie liegen 2016 in Maschinenbau/Verfahrenstechnik bei fast 22 % und im Bauingenieurwesen bei gut 30 %.
In der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften ergibt sich durch die Änderung in der Fächersystematik aus 2015 (das Studienfach Informatik gehört seitdem zur Fächergruppe Ingenieurwissenschaften) mittlerweile eine nahezu paritätische Verteilung von Frauen (49 %) und Männern (51 %) im 1. Fachsemester. Bezogen auf die einzelnen Studienbereiche schneiden insbesondere Mathematik und Chemie mit Frauenanteilen von 48 % und 46 % besonders gut ab.Einzig der Studienbereich Physik/Astronomie weist einen für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich niedrigen Frauenanteil von 34 % auf, der sich im Vergleich zu 2015 jedoch um einen Prozentpunkt erhöht hat.

Immer mehr Frauen in MINT-Fächern

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Erfreulich ist der Anstieg an Absolventinnen im Studienbereich Elektrotechnik und Informationstechnik. Wenn auch auf niedrigem Niveau, so konnte dieser seit 2008 zumindest um rund zwei Prozentpunkte gesteigert werden und erreicht 2016 mit gut 11 % einen neuen Höchststand.
Ebenfalls ein Plus verzeichnet der Studienbereich Informatik. Der Frauenanteil unter den Absolventinnen erhöhte sich um +0,5 % von 17,7 % in 2015 auf 18,2 % in 2016. Beide Studienbereiche tragen zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses im Rahmen der Digitalisierung bei. Mit fast 4.600 Informatik-Absolventinnen und 1.700 Absolventinnen der Elektrotechnik/Informationstechnik stehen dem Arbeitsmarkt so viele Absolventinnen aus beiden Bereichen zur Verfügung wie nie zuvor.

Das Bauingenieurwesen erreichte mit über 30 % einen neuen Höchststand an Absolventinnen. Ähnliches gilt für den Studienbereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik, der mit einem Absolventinnenanteil von fast 20 % in 2016 seinen bislang besten Wert verzeichnet.
Seit 2016 zählt der Studienbereich Informatik bei den Studienabschlüssen nicht mehr zur Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften, sondern zu den Ingenieurwissenschaften. Damit steigt der Frauenanteil in der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften insgesamt im Prüfungsjahr 2016 sprunghaft auf 48,6 % an.

Was ist „Komm, mach MINT“?

2008 startete auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT“ (www.komm-mach-mint.de). Die mittlerweile mehr als 250 Paktpartner ermutigen junge Frauen durch verschiedenen Maßnahmen für ein Studium im MINT-Bereich. Ziel der Initiative ist das Potential von Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels zu nutzen, im einzelnen:

– ein realistisches Bild der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Berufe zu vermitteln und die Chancen für Frauen in diesen Feldern aufzuzeigen,
– junge Frauen für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge zu begeistern und
– Hochschulabsolventinnen für Karrieren in technischen Unternehmen und Einrichtungen zu gewinnen.

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