Modernisierte Ausbildung für Graveure

Modernisierte Ausbildung für Graveure

© BIV Galvaniseure, Graveure und Metallbildner, www.biv.org

Die Druckplatte für die Banknote, der Name der Siegerin oder des Siegers im Pokal, die persönliche Botschaft im Ehering: Das sind Aufgaben und Ausbildungsinhalte für Graveure und Graveurinnen. Sie setzen dabei verstärkt computergestützte Programmierungen sowie Lasertechniken ein – neben traditionellen Graviertechniken, die den Beruf bis heute auszeichnen. Neben der Ausbildung zum/zur Metallbildner/-in tritt damit ein weiterer gestalterischer Metallberuf zum 1. August 2016 in novellierter Fassung in Kraft.

Graveure und Graveurinnen fertigen Stempel, Form- und Prägewerkzeuge. Ihre Arbeiten kennt jeder, denn sie sind es, die Motive für Briefmarken, Münzen und Banknoten auf Druckplatten und Prägestempel übertragen und überarbeiten. Auch bei der Herstellung von Beschilderungen sind Graveure gefragt, wenn es gilt, Frontplatten, Bedientableaus und Schilder für Innen- und Außenbereiche anzufertigen, zu gravieren, farbig auszulegen und zu bedrucken. Weiterhin versehen sie Schmuck-, Zier- und Kunstgegenstände aus Metall, aber auch aus Kunststoff und Porzellan mit Beschriftungen, Ornamenten oder bildlichen Darstellungen.

Eine Modernisierung der dreijährigen Ausbildung war mit Blick auf die Entwicklungen in der betrieblichen Praxis, die Berufsstruktur und die Ausbildungsinhalte notwendig. Wachsende Materialvielfalt, neue Verfahren der Materialbearbeitung, der Einsatz von Lasern sowie CAD- und CNC-Programmierungen (Computer-Aided Design/Computerized Numerical Control) verändern die beruflichen Tätigkeiten der Graveure. Auszubildende lernen daher künftig unter Einbeziehung dieser Neuerungen alles über den Werkstückentwurf, das manuelle und digitale Anfertigen technischer Zeichnungen und Muster, das Anfertigen von Modellen und Formen bis hin zum Bearbeiten von Werkstücken durch spanende und oberflächenverändernde Verfahren.

Weiterhin wurden zugunsten eines einheitlichen Berufs die bisherigen Schwerpunkte „Flachgraviertechnik“ und „Reliefgraviertechnik“ aufgehoben, da die beiden Bereiche ineinander übergehen und die heutigen Graveurbetriebe nahezu alle Inhalte gleichermaßen anbieten. Neu ist auch, dass die zweiteilige „gestreckte Abschlussprüfung“ künftig das traditionelle Modell der Zwischen- und Gesellenprüfung ablöst. Im Zuge einer zunehmenden Dienstleistungsorientierung erhält zudem der Kundenbezug verstärkte Aufmerksamkeit – Information, Beratung, Umsetzung individueller Wünsche und auch die Handhabung von Beanstandungen gehören dazu.

Graveure/-innen arbeiten in metall- und kunststoffverarbeitenden Handwerks- und Industriebetrieben oder in kunsthandwerklichen Betrieben. Fachkräfte können sich im Anschluss zum/zur Graveur-meister/-in weiterqualifizieren. Zudem besteht die Möglichkeit einer Weiterbildung zum/zur Industriemeister/-in Metall und zu fachspezifischen Studiengängen.

Gefällt Ihnen diese Seite?

Bitte bewerten Sie uns!

Durchschnitt 0 / 5. Bewertungen: 0

✉ Beitrag per Email versenden

Auch interessant:

Das Steuerrecht ist ein umfangreiches und scheinbar unübersichtliches Themengebiet. Dennoch ist es für Arbeitnehmer unumgänglich, sich damit zu befasse..... weiter >>
Das letzte Schuljahr ist angebrochen. Noch wenige Monate und das Thema „Schule“ ist Geschichte. Und dann? Auch wenn so mancher darauf (noch) keine Lus..... weiter >>
Klar, Daimler und die Deutsche Bank, Allianz und BOSCH kennt jeder. Dort bewirbt sich auch (fast) jeder – jede Menge Konkurrenz also. Aber wer bildet au..... weiter >>
Für eine eigene Penthouse-Wohnung dürfte es bei den allerwenigsten reichen, aber es bleibt trotzdem noch eine Menge Auswahl. Also, was soll´s denn sein..... weiter >>
Das macht doch jeder, also kann es gar nicht verboten sein, mag mancher Arbeitnehmer denken. Doch Vorsicht: Wenn Mitarbeiter die Regeln ihres Betriebes mi..... weiter >>
Rechtschreibfehler, falsch recherchierte Ansprechpartner, zu große Dateien: Laut Personalverantwortlichen bringen sich bis zu 75 % aller Bewerber mit gra..... weiter >>
„Im ersten Jahr hab‘ ich die Halle gefegt, im Zweiten aufgeräumt und vor der Prüfung durfte ich dann auch mal das Werkzeug sortieren“ – so oder ..... weiter >>
Schon irgendwie fies: Sie sollen Ihr ganzes bisheriges Leben auf einem Blatt unterbringen. Tabellarisch, ohne Schnörkel und Ausschmückungen, ohne Fußno..... weiter >>
Wer studieren möchte muss sich früher oder später mit dem Numerus Clausus (NC) auseinandersetzen – und sei es um festzustellen, dass der gewünschte ..... weiter >>
Natürlich, so ziemlich jeder ist heute drin im Internet – wenn nicht mit einem eigenen Zugang, dann bei Freunden, in der Schule oder übers Internetcaf..... weiter >>
Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – ­knapper lässt sich das Gewicht Ihres Bewerbungsfotos nicht beschreiben.Bevor in der Personalabteilung jemand Ihr..... weiter >>